| Von der Gründung bis zum Jahr 2002 | Die Wehrführer | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Am 1. April 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr Holm gegründet. 34 Holmer Bürger traten als Aktive Feuerwehrleute ein und 21 Holmer wurden Soziale Mitglieder der Wehr. Als Wehrführer, oder Erster Hauptmann der Feuerwehr wie es damals hieß, würde Jürgen Schmidt bestellt. Die Wehr war in die Steigerabteilung und die Spritzenabteilung sowie den Vorstand unterteilt. Eine Inventarliste der damaligen Zeit führt folgende Ausrüstung: 1 Wasserwagen mit 2 Wassertonnen, 1 Handruckspritze mit 6 Schläuchen, 4 Druckstangen, 2 Ausstelleitern, 3 Hakenleitern, 1 Axt, 1 Strahlrohr mit 2 Mundstücken sowie 8 Wachseimer. Die Geräte wurden durch Spenden an die Feuerwehr und eine Zuwendung der Gemeinde bezahlt.
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Jürgen Schmidt Wehrführer 1890 - 1898 |
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In der Nacht zum 31. Juli 1892 wurde die junge Feuerwehr auf eine erste harte Probe gestellt. In einer verheerenden Feuersbrunst brannten in einer Nacht 11 Gebäude im Dorf bis auf die Grundmauern nieder. Der Einsatz der Holmer Feuerwehrmänner und vieler Kameraden aus den Nachbargemeinden verhinderte das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude. Auf den Trümmern der zerstörten Häuser dichtete ein Heistmer Feuerwehrmann das Feuerwehrlied, das noch Jahrzehnte später die Erinnerung an diese Nacht wachhielt. Das Feuerwehrlied von 1892Unter dem Eindruck der teilweisen Wehrlosigkeit gegenüber den Flammen wurde im Herbst 1892 eine zweite Handruckspritze beschafft was die Schlagkraft der Wehr enscheidend verbesserte.
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Franz Heinsohn Wehrführer 1898 - 1906 |
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Im Jahre 1897 wurde das Spritzenhaus der Feuerwehr um einen Anbau erweitert. Der Anbau, der auch gleichzeitig als Arrestzelle diente, kostete damals 184,50 Mark die aus dem Vermögen der Feuerwehr bezahlt wurden. Zu diesem Bau gibt jedoch eine Anekdote: Die Entscheidung der Feuerwehr das Spritzenhaus zu erweitern war zunächst von der zuständigen Behörde abgelehnt worden. Als die Holmer das erfuhren, beschloss die Versammlung einstimmig, dem Amtsvorsteher den sofortigen Austritt sämtliche Kameraden mitzuteilen. "Der Anbau galt als genehmigt..."
Eine weitere Geschichte aus den Anfangsjahren der Wehr zeigt deutlich, wie sehr man in den Reihen des "Feuerwehr Corps" auf Diziplin und Anständigkeit bedacht war. Über Bestrafungen und Geldstrafen entschied ein "Ehrengericht". 1890 würde dieses Ehrengericht auf Antrag des Hauptmannes Jürgen Schmidt einberufen. Der Feuerwehrmann Hinrich Rißler war zu einer Übung nicht erschienen und hatte eine "unanständige" Entschuldigung vorgebracht: "Zum erstenmal gefehlet, gleich große Schweinerei, konnte ja leider nicht kommen, ich hatte die Scheißerei, und wenn ihr es nicht glauben wollt, Beweis liegt auf dem Eggerkamp." Das Ehrengericht enschied dass Hinrich Rißler die Wehr verlassen und 6 Mark Strafe zahlen muss.
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Friedrich Stein Wehrführer 1906 - 1924 |
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In den ersten 10 Jahren ihres Bestehens ist die Wehr zu unzähligen Wald- und Heidebränden ausgerückt. Die Nachbarschaftshilfe gehörte auch damals schon zu den Pfichten der Feuerwehr, so dass es vorkam, dass man nach Wedel/ Schulau, Heist, Hetlingen oder Haseldorf ausgerücken musste. Beiläufig berichten die Protokolle in diesem Zusammenhang davon, dass man auf dem Rückweg von einem Einsatz in Hetlingen noch besondere Löschversuche mit Schleusenwasser unternahm. Dabei stellte sich aufs Klarste heraus, dass dieses Wasser gänzlich ungeeignet zum Löschen ist und die fortgesetzte Verwendung gradezu einen Brand zum Ausbruch bringt. Die Löschversuche fanden im Schleusenkrug statt.
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Johann Ladiges Wehrführer 1924 - 1951 |
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Im Jahr 1924 wird Johann Ladiges zum 4. Feuerwehrhauptmann gewählt. In der Zeit seiner Führung würden 2 Kübelspritzen beschafft, so dass die Wehr von da an als modern ausgerüstet galt. Außerdem wurden die Schlauchkupplungen von Schraub- auf Storzkupplungen umgestellt, ein Standard, der sich bis heute bewährt. Doch auch mit der modernen Ausrüstung konnte nicht verhindert werden, das in den 2 Jahren nach 1928 9 weitere Gebäude niederbrannten. Aus den Jahren 1934 bis 1945 existieren keine Aufzeichnungen, nur persönliche Erinnerungen. Am 3.3.1943 wurden bei einem Luftangriff der Hamburg galt 11 Gebäude durch Brandbomben vernichtet. Nur der Mut der wenigen in der Heimat verbliebenen Feuerwehrmänner die mit der 1941 beschafften ersten Motorspritze retteten was zu retten war, verhinderte die Ausbreitung der Feuersbrunst. Aus dem Krieg kamen viele Feuerwehrkameraden nicht zurück. Der Wiederaufbau begann mit jungen Feuerwehrmännern. Feuerwehrfahrzeuge gab es nicht, der Tragkraftspritzenanhänger musste über Kopfsteinpflaster zum Einsatzort geschoben werden
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Friedrich Stumpenhagen Wehrführer 1951 - 1963 |
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Im Jahr 1953 war die Holmer Wehr ohne Gerätehaus, was die Arbeit sehr erschwerte, und die Schlagkraft erheblich einschränkte.Das Gerät der Wehr war im Ort verstreut an verschiedenen Orten gelagert.Als dieser Misstand endlich behoben war, bereitete das neue Gerätehaus der Wehr weitere Sorgen. Das Gebäude war von den Planern so angelegt worden, dass es bei jedem größeren Regen unter Wasser stand.
1956 kam dann endlich das erste Löschfahrzeug der Feuerwehr Holm: ein Volkswagen Bus mit Staffelbesatzung. Bei Alarm, der ab 1953 über Sirene erfolgte, rückte zunächst das Fahrzeug aus und die Feuerwehrmänner folgten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wenn man nicht wusste wo der Einsatzort war, fuhr man auf Sicht.
Die Sechziger Jahre begannen noch unter der Führung von Friedrich Stumpenhagen. Die Sturmflut am Hetlinger Deich von 1962 war ein harter Einsatz für die Wehr. Von 1963 bis 1966 war der spätere Bürgermeister Holms Klaus Kleinwort der Wehrführer. In seiner Amtszeit wurde 1965 das zweite Fahrzeug der Feuerwehr beschafft, ein Tragkraftspritzenfahrzeug der Marke Ford.
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Klaus Kleinwort Wehrführer 1963 - 1966 |
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Der Wahl Ernst Wulffs zum Wehrführer im Jahr 1966 folgten eine große Anzahl Neuerungen. Die späten Sechziger Jahre und die ganzen Siebziger Jahre hindurch waren für die Holmer Wehr und für die Feuerwehren überall eine Zeit, in der technische Neuerungen wie die Funktechnik, der Atemschutz und Gerät zur technischen Hilfeleistung immer wichtiger wurden. Die Ausdehnung der technischen Möglichkeiten folgte nur der Ausdehnung der Aufgaben die zu erfüllen waren. Das Aufgabenspektrum der Feuerwehr erstreckt sich nicht mehr nur auf den Brandschutz, sondern auf alle erdenklichen Notfälle.
1968 Wurde der Entschluß gefasst, ein neues Gerätehaus zu bauen. Die Fahrzeughalle sollte Stellplätze für drei Fahrzeuge bieten, ein nicht unerheblicher Teil des Baus wurde von der Feuerwehr in Eingeninitiative ausgeführt. Das Gerätehaus war 1970 bezugsfertig, im gleichen Jahr wurde der Wehr ein weiteres Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug/Gerätewagen Opel Blitz mit Geräten zu technischen Hilfeleistung bestückt trug den gewachsenen Gefahren in diesem Breich Rechnung. In Ausbildung und Übung wurde der Umgang mit den neuen Werkzeugen vermittelt.
Der hohe Ausbildungsstand der Feuerwehrmänner spiegelte sich auch in den Erfolgen wider, welche die Feuerwehr auf Vergleichswettkämpfen erreichen konnte. Besonders hervorzuheben sind hier die Auszeichnungen der Feuerwehr Holm mit zunächst der bronzenen 1971 und dann der silbernen Leistungsplakette 1973, auf die Wehr ehrgeizig hingearbeitet hatte. Nicht viele Wehren der kleineren Gemeinden konnten diese Auszeichnungen erringen.
Die Einführung der Funktechnik und des Atemschutzes die bereits angesprochen wurden, gingen nicht immer reibungslos von sich, besonders um die Notwendigkeit und die Finanzierung durch die Gemeinde wurden die ein oder andere Diskussion geführt.
Das Verhältnis von Gemeinde und Feuerwehr kann darunter jedoch nicht grundsätzlich gelitten haben, denn nach der Fertigstellung des Zweiten Bauabschnitts der Feuerwache und des Gemeinebüros hatten Gemeinde und Feuerwehr ein gemeinsames Dach über dem Kopf. Eine Gemeinschaftslösung, die sich in den nachfolgenden Jahren immer wieder bewährt und als glückliche Lösung herausgestellt hat.
Der Wandel Holms zu einem Gewerbeort erforderte zum Ende der Siebziger Jahre ein großes Löschfahrzeug mit Wasservorrat für die Holmer Wehr. So würde 1977 ein LF16 beschafft und an die Feuerwehr übergeben. Die Schlagkraft der Wehr konnte damit erheblich erhöht werden. Noch heute is dieses Fahrzeug im Dienst und weiterhin ist es unverzichtbar für die Holmer Feuerwehr.
Der Ford Transit wurde 1985 ersetzt. An seine Stelle trat ein neues LF8 das direkt vom Ziegler-Werk abgeholt wurde.
Der Opel Blitz musste nach 20 Jahren im Dienst einem Neuen Löschafahrzeug weichen. Die grundsätzliche Aufgabe des Fahrzeuges ist das Löschen, während das erste LF8 der Wehr hauptsächlich mit den Geräten zu technischen Hilfeleistung bestückt ist.
Als kurz nach der Wiedervereinigung Bestrebungen in der Gemeinde Formen annahmen, eine Partnerschaft mit einer Gemeinde im Osten Deutschlands zu etablieren, engagierte sich auch die Feuerwehr. Die Kontakte zur Freiwilligen Feuerwehr in Rehna wurden geknüpft und haben sich in der darauffolgenden Zeit immer weiter verstärkt. So eng wie die Gemeindepartnerschaft zwischen Holm und Rehna ist, so eng ist auch die Partnerschaft zwischen den Feuerwehren. Der Opel Blitz der von der Holmer Wehr ausgemustert worden war, wurde 1990 der Feuerwehr Rehna geschenkt, die kurz nach der Wiedervereinigung ein solches Fahrzeug gut gebrauchen konnte.
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Ernst Wulff Wehrführer 1966 - 1995 |
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Das Jahr 1990 war außerdem das Jahr des Hunderjährigen Bestehens der Feuerwehr. Dieses Jubiläum wurde in der Feuerwehr und der Gemeinde gebührend gefeiert. Ein Tag der offenen Tür am Gründungstag war nur der Anfang eines Jahres voller Veranstaltungen zum Hundertsten. Ein offizieller Empfang und der große Festball gehörten ebenso dazu wie die Hauptübung und eine "Feuerwehr-Olympiade" bei der sich Feuerwehrmannschaften den verschiedensten Disziplinen stellen mussten. Anlässlich des Jubiläums wurde auch ein Heft "100 Jahre Feuerwehr Holm" erstellt, dass die Geschichte und den aktuellen Stand der Wehr beschrieb.
Das Jahr 1995 stand im Zeichen des Abschieds von Ernst Wulff. Nach 29 Jahren an der Spitze der Wehr, war die Wahl von Uwe Denker zum Wehrführer für so manchen das Ende einer Ära.
Doch während die eine Ära zuende ging, keimte auch schon eine neue. Anfang 1996 wurde, nachdem die Idee in der Wehr gediehen war, Peter Wienandt zum ersten Jugendwart der FF Holm gewählt. Das war der erste Schritt zur Gründung der Holmer Jugendfeuerwehr. Auf die Geschichte der Jugendabteilung wird im Menüpunkt "Jugendfeuerwehr" näher eingegangen.
Das Gerätehaus der Feuerwehr wurde 1997 einer weiteren Umbau- bzw. Erweiterungsmaßnahme unterzogen. Die Rückwand der Fahrzeughalle würde nach hinten versetzt, was die Nutzbare Fläche in der Wache merklich vergrößerte.
Weil es auf Eisätzen bisweilen Probleme gab die angerückten Feuerwehrleute zur Einsatzstelle zu transportieren, wurde 1999 ein Mannschaftstransportwagen beschafft. Mit einem beträchtlichen Teil von Eigenarbeit wurden Blaulicht und Martinshorn installiert.
Dieser Einblick in die Geschichte der Feuerwehr Holm endet mit 2002 ,dem Jahr des 112ten Jubiläums das wir gerade feiern und dass auch Anlass die Feuerwehr im Internet zu präsentieren. |
Uwe Denker Wehrführer seit 1995 |
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